Juden in Bützow

Wappen von Bützow - Wikipedia gemeinfrei

Büstrow ist eine Kleinstadt in der Seenplatte in Mecklenburg Vorpommern.

 

Möglicherweise lebten vor der Vertreibung aller Juden aus Mecklenburg 1492 schon seit dem 13. Jahrhundert Juden in Bützow. Die belegbare neuzeitliche Ansiedelung beginnt aber erat mit der Aufnahme zweier ‚Hofjuden’ 1738. Bereits 1740 fand die erste Bestattung auf dem neu angelegten Friedhof statt, dieser mußte 1821 erweitert werden. 1880 konnte der zunächst gepachtete Grund durch die Gemeinde käuflich erworben werden. Diese hatte um 1790 die Erlaubnis zum Bau einer Synagoge erhalten. Um 1825 erreichte die Zahl der Gemeindemitglieder ihren Höchststand von fast 140. In Folge der auch hier einsetzenden Abwanderung ging sie bis 1910 auf acht zurück, das Synagogengebäude wurde 1921 verkauft, im folgenden Jahr löste sich die Gemeinde auf. Die letzten zwei Juden aus Bützow wurden 1942 deportiert. Die nach 1933 ursprünglich geplante Einebenung des Friedhofes unterblieb, aber während des Krieges wurde ein Teil der Grabsteine zum Bau von Panzersperren etc. mißbraucht. Auf Befehl des sowjetischen Stadtkommandanten mußten NSDAP-Mitglieder die entstandenen Schäden ausbessern und den Friedhof wieder in Ordnung bringen. 1952 verkaufte die jüdische Landesgemeinde den unbelegten Teil des Friedhofes an die evangelische Kirche.