Juden in Zilupe

Dreihundert km östlich von Riga liegt das Dorf Zilupe.

1906 entstand die erste jüdische Kultus-Gemeinde in Rosenau. Ein Brief wurde nach Witebsk / Wizebsk, der Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements, geschickt mit der Bitte um einen Rabbi. Noch im gleichen Jahr traf der erste Rabbi ein: Aron Betsalel (Tsalel) PAUL. Er hatte in Kö-nigsberg studiert, verschiedene theologische Schulen besucht und war dann in Daugavpils/ Dvinsk als Rabbi tätig. Nun kam er nach Rosenau und blieb 12 Jahre. Die Synagoge Im Dezember 1909 wurde wieder nach Witebsk / Wizebsk geschrie-ben – die Genehmigung zum Bau einer Synagoge (молитвенной школы = „Bet- / Gebets-Schule“) wurde erbe-ten. 1910 kam die Erlaubnis – und unter der Leitung des Rabbis entstand in der „Tirgus Laukums“ Nr. 2 der erste gottesdienstliche Raum für die Juden von Zilupe. (Es gab in Zilupe bereits Gotteshäuser für evangelische, katholische, ortho-doxe und baptistische Christen). 1924 wurde das Privathaus von Moteļa Ļackowska an der „Niko-laja iela“ Ecke „Elezabetes iela“ - heute: „Brīvības iela“ Ecke „Lāč-plēša iela“ zur Synagoge umgebaut - mit einem Gebets-Raum für die Männer und einen für die Frauen. Bei der Synagoge befand sich ein Pferdestall mit 2 Pferden, ein Schuppen für Heu und Stroh. Ebenso gehörte dazu ein Schlitten und ein Kutschwagen, um die Lebenden, aber auch die Verstorbenen, zu transportieren; für Letzteres war Laijser Gold-berg zuständig. Später muss ein anderes Gebäude als Versammlungs-Platz gedient haben, da dieses Haus in den 1930er Jahren als Wohnhaus fungierte. 1941 brannte das Haus ab – gleichsam Symbol des Endes der Kultus-Gemeinde – auf Grund der Vernichtung der Juden durch deutsche Truppen und ihren Helfern. Bei der Synagoge befand sich ein In der Kultus-Gemeinde war Laijser TZIUNI (* 1855) als Schächter tätig. Später kam ein zweiter Schächter hinzu: Nachmann SEGAL (* 1869). Somit war gesichert, dass die Tiere rituell richtig geschlachtet wurden und die Menschen koscher essen konnten. Beide waren bis 1930 tätig. Überlebende berichten, dass Leser im Juli 1941, Nachmann am 25. VII. 1941 in Zilupe er-mordet wurde, 1914 – zu Beginn des 1. Weltkrieges gab es in Rosenau 1000 jüdische Familien. 2) 1921 kam Rabbi Mendel NECHAMKIN nach Rosenau und blieb dort bis 1941.

Zur Gemeinde gehörten ein Badehaus und eine Schule.

Nach 1941 gab es Verfolgungen, Deportationen und Ermordungen.

In den 20 er Jahren wurde ein Friedhof im Ort eingeweiht. Heute gibt es auf dem Friedhof neben einigen Grabsteinen eine Gedenkstätte.