Juden in England

 

 

Die erste urkundliche Erwähnung von Juden in England datiert aus dem Jahr 1070, Wilhelm der Eroberer hatte Juden aus Rouen zur Niederlassung in seinem neu erworbenen Staat eingeladen, um dessen wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Gute zwei Jahrhunderte später endete die erste jüdische Präsenz in England mit deren Vertreibung durch Edward I. 1290.  In dieser ersten Ansiedlungszeit gab es nur einen jüdischen Begräbnisplatz in London, The Jews Garden vor den Stadtmauern am Cripple Gate unweit nördlich von St. Pauls’. Spuren davon sind nicht erhalten.

Erst 1656 erlaubte Oliver Cromwell - wiederum aus wirtschaftlichen Erwägungen - Juden die Ansiedlung in England, zunächt kamen ungefähr 300 Marranen aus den Niederlanden.

1701 wurde die erste als solche geplante Synagoge errichtet, die Spanish and Portuguese Synagoge, in Bevis Marks, etwa auf der Grenze zwischen City und East End, sie erfüllt ihre Aufgabe bis heute.

‚The Jews Bill’ von 1753 ermöglichte die Einbürgerung von Juden, 1858 wurde die christliche Eidesformel für Abgeordnete abgeschafft und der erste Jude zog ins Parlament in Westminster ein. 1874 wurde Benjamin Disraeli, Sohn eines getauften Juden, Premierminister. Er hat seine jüdischen Wurzeln nie verleugnet, im Gegenteil, oft betont. 1890 schließlich wurden alle religiösen Restriktionen für Positionen im Staat abgeschafft, ausgenommen davon blieb nur der Regent.

Ungeachtet dieser Schritte, die zu einer erfolgreichen Integration bzw. Assimilierung führten, herrscht bedauerlicherweise heute eine Situation des wachsenden Antisemitismus, in der sich viele britische Juden nicht mehr sicher fühlen und die Auswanderung nach Israel erwägen