Der jüdische Friedhof von Zehdenick

 

Der Friedhof liegt nördlich der Innenstadt an der Friedrich-Engels-Straße (= B109 -> Templin), auf der stadtauswärts rechten Straßenseite, kurz hinter der katholischen Kirche. Etwa gegenüber der Einmündung der Marienstraße führt ein kurzer Weg direkt auf ihn zu.

Um ihn betreten zu können muß man jedoch den Schlüssel abholen. Gegen Hinterlegung eines Ausweises o.ä. erhält man ihn bei der Tourist Information im Rathaus, Am Markt 11.

Der Friedhof wurde 1766 angelegt und umfaßte ursprünglich ca. 8 ar, mehr als die heute eingezäunte Fläche.

Um 1850 lebten in Zehdenick rund 115 Juden, in Folge von Abwanderung löste sich die Gemeinde gegen Ende des 19. Jh. auf, der Friedhof wurde 1898 geschlossen, danach fanden hier nur noch zwei Beisetzungen statt.

Nach 1933 wurde der Friedhof verwüstet und verfiel danach noch weiter. Auf Initiative eines Lehrers wurde der Friedhof ab 1996 von Schülern aus Zehdenick restauriert,  wo dies möglich war wurden die Grabsteine bzw. das, was von ihnen übrig war, an ihren ursprünglichen Standorten wieder errichtet. Kleinere Fragmente, deren Zuordnung nicht möglich war, wurden in einer Gedenkwand eingelassen, andere davor am Boden (in Form des hebräischen Buchstaben Sin?) ausgelegt.

Die Geschichte dieser Aktion wird geschildert in Hansjürgen Werner, Eine SteinZeit Geschichte. Der „Gute Ort“ der Kinder von Zehdenick, Blieskastel 2002.

1998 fand die feierliche Wiedereinweihung statt. Danach blieb er vor Schändungen nicht verschont, 2001 wurden 13,  2007 noch einmal 5 Grabsteine umgeworfen oder beschädigt.