Juden in Ermreuth

Die Synagoge von Ermreuth

 

Ermreuth ist eine kleine Stadt östlich von Erlangen. Sie ist heute Stadtteil von Neunkirchen am Brand.

Das erste schriftliche Zeugnis für eine dauerhafte Anwesenheit von Juden in Ermreuth datiert aus dem Jahr 1554, möglicherweise hatten sich nach ihrer Vertreibung aus der Reichsstadt Nürnberg 1498/99 einige Familien dort niedergelassen. Erst im Verlauf des 18. Jh. wuchs die Kopfzahl der Gemeinde allmählich, 1740 richtete sie ihre erste Synagoge ein, bereits 1711 war ein Friedhof angelegt worden, der1797 und 1862 erweitert wurde, 1834 folgte eine eigene Schule, die 1916 mangels Schülern geschlossen werden mußte.

Ihre größte Zahl erreicht die jüdische Bevölkerung in Ermreuth mit 230 um 1825, das entsprach gut 40 % der Dorfbevölkerung. Bis 1875 ging die Gemeindestärke auf 99 oder 15% der Einwohnerschaft zurück, 1939 lebten nur noch 15 Juden im Ort, die letzten wurden 1940/41 verschleppt.

Die Synagoge wurde 1938 verwüstet, aber das massive Gebäude blieb erhalten und diente bis 1974 der Raiffeisenbank als Lagerhaus. 1994 wurde es als Synagoge und Kultur- und Begenungsstätte wiedereröffnet und beherbergt u.a. eine Dauerausstellung über jüdisches Leben auf dem Land.

Auf dem Friedhof finden sich heute etwa 215 Grabsteine aus der Zeit zwischen 1730 und 1932.