Juden in der Schweiz

Eine jüdische Besiedlung im Gebiet der heutigen Schweiz lässt sich sicher erst um das Jahr 1150 in Genf, danach in Basel und im 13. Jahrhundert in mehreren Schweizer Städten nachweisen. Die bedeutendsten Gemeinden befanden sich neben Basel in Zürich und Luzern.

Möglicherweise, darauf könnten Bodenfunde  hindeuten, kamen die ersten Juden schon mit den Römern im 4. Jahrhundert in die Gegend östlich von Basel.

Am Ende des 13. Jahrhunderts waren die Juden grausamen Verfolgungen und Tötungen wegen vermeintlicher Ritualmorde ausgesetzt.

Bei Ausbruch der  Pest in der Mitte des 14. Jahrhunderts wurden die Juden der Brunnenvergiftung bezichtigt. Sie wurden so für den Ausbruch der Pest verantwortlich gemacht. Die meisten wurden getötet, viele vertrieben.

Bis in das 19 Jahrhundert gab es in der Schweiz nur noch sehr wenige Juden. Sie durften in zwei Dörfern des Aargau unter erheblichen Beschränkungen und unter Zahlung hoher Gebühren leben.

Die Wende kam erst mit dem Einmarsch der Franzosen ab 1798. Die Juden waren in der Folge zwar offiziell gleichberechtigt, wurden aber in der Politik, im täglichen Leben und in der Religionsausübung immer noch als Bürger zweiter Klasse behandelt. Eine Änderung trat erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein.

Auch das Geschehen in neuerer Zeit ist kein Ruhmesblatt für die Schweiz. So wurden während der nationalsozialistischen Regierung in Deutschland etwa 30000 deutsche Juden an den Schweizer Grenzen zurückgeschickt und damit Verfolgung und Tod ausgeliefert. Jüdische Schweizer Bürger wurden mit Wissen der Schweizer Behörden in Deutschland verfolgt.

Heute gibt es in der Schweiz etwa 18.000 Juden. Sie leben in der Hauptsache in den Städten. Es gibt alle nur möglichen Glaubensrichtungen von orthodox über konservativ bis zu den liberalen Juden.