Buttenwiesen

Die Juden in Buttenwiesen konnten 1632/1633 einen eigenen Friedhof errichten, nachdem auch für sie die Überführung der Verstorbenen auf den bis dahin nächstgelegenen jüdischen Friedhof Burgau immer problematischer geworden war. Allerdings bereiteten Herrschaftsträger aller Art immer neue Probleme, indem sie Abgaben und sonstige Ansprüche geltend machten: Zehent für Donauwörth, Ablösung der Lehenshoheit der Grafen von Waldburg-Zeil, einen silbernen Löffel für den christlichen Pfarrer, Ablösung des Anspruchs auf Mähen des Grases. Die Auseinandersetzungen dauerten bis 1803!

Heute sind insgesamt 286 Grabsteine erhalten, wobei aus der Anfangszeit keine Reste vorhanden sind, da die Grabdenkmäler vermutlich aus Holz gefertigt waren. Auch haben schon Ende des 18. Jahrhunderts Kriegseinwirkungen zu Schäden geführt, und auch zur Zeit des Nationalsozialismus blieb der Friedhof nicht verschont.

Der südöstliche Teil des Friedhofes war 1919/1920 zur Gewinnung neuer Grabstellen aufgefüllt worden. Auf diesem Areal hat die Gemeinde Buttenwiesen nach dem 2. Weltkrieg einen christlichen Friedhof angelegt, der durch eine Mauer und Hecke vom jüdischen Teil getrennt ist. So liegen heute christliche Verstorbene über den Toten der jüdischen Gemeinde, worauf eine bescheidene Tafel an der Kapelle im christlichen Teil hinweist.

Eine um Buttenwiesen besonders verdiente Persönlichkeiten war Leopold Reiter (1841 - 1916), dessen unermüdlichen Bemühungen die lokale Eisenbahnlinie von Mertingen über Buttenwiesen nach Wertingen massgeblich zu verdanken ist.

Auf den Grabsteinen finden sich die Namen vieler anderer für Buttenwiesen wichtiger Personen:
z. B. Lamm, Lammfromm, Sänger.

Der Grabstein für den 1934 verstorbenen Sigmund Luchs ist doppelt vorhanden: Der Original-Stein war zur Nazi-Zeit verschleppt worden, ist jedoch später wiedergefunden worden. Inzwischen hatte seine Familie ersatzweise einen neuen Stein aufstellen lassen.

 

 

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