Der Friedhof

Die jüdische Gemeinde in Glückstadt hat im Jahre 1622 einen Friedhof angelegt, der zunächst nur für sephardische Juden vorgesehen war, später aber auch für aschkenasische Verstorbene genutzt wurde. Die ältesten Gräber stammen von 1625, der letzte “Portugiese”, Elias Meldola, wurde 1861 bestattet.

Im Laufe der Zeit erfolgten einige Erweiterungen des Friedhofs, um 1895 wurde er dann auf ein Viertel seiner Grösse verkleinert. 1941 wurde er von den Nationalsozialisten vollständig aufgelöst und das Gelände anderweitig verwendet. Die Grabsteine wurden in einer Ecke aufgestapelt.

Nach Kriegsende wird das Friedhofsareal wieder hergerichtet und die Grabplatten in Reihen nebeneinander ausgelegt. Dabei konnten die ursprünglichen Grabstellen natürlich nicht mehr eingehalten werden,
Heute befinden sich auf 1531 m89 Grabplatten und 11 aufrecht stehende Steine. Als sephardische Grabmale sind unter den liegenden Platten 62 Stück erkennbar. Sowohl portugiesische Inschriften als auch die verwendeten bildlichen Darstellungen kennzeichnen sie: Totenschädel, Tierkreiszeichen, Wappen sowie auch biblische Szenen.

Ein Beispiel:

Wappen auf dem Grabstein des MOSE DE JOSUA HENRIQUES: Mose den Felsen schlagend, aus dem Wasser strömt. Im Hintergrund, schwer erkennbar, das Lager der Israeliten. (siehe auch Studemund-Halévy, Betahaim)

zu den Bildern                                             Quellen und Literatur