Der Glückstadter Friedhof im Bild

Nach der Auflösung und Zweckentfremdung des Friedhofs im Jahre 1941 wurden die Steine nach Kriegsende wieder neu verlegt bzw. aufgestellt.

Blick auf die sephardischen Grabplatten
Die aufrecht stehenden Grabsteine der aschkenasischen Gräber

Die in der Mitte erkennbaren segnenden Hände weisen den Verstorbenen als Angehörigen des Priesterstandes aus.

Die Inschrift des einfachen, nur mit Rosen an den 4 Ecken verzierten Steines lautet:

SDA BEN AVENTURADA
RACHEL HENRIQUES
ALJOFEREIRA FALECEO
2a F20 DE ADAR
         5424

Deutsch:
Grabstätte der seligen
Rachel Henriques
Aljofereira
verstorben am Montag, den
20 ADAR des Jahres 5424
(= 17. März 1664)

Der Grabschmuck zeigt oben einen gespannten Bogen mit Pfeil, rechts und links Rosen. Rosen ebenfalls am unteren Ende.
Inschrift in hebräischer und portugiesischer Sprache.

Portugiesisch:
SA DO BEM AVENTURADO
E VIRTUOZO VARAO
IEHONATAN DE MOSSEH
HENRIQUES Fo EM ANNO
S.A.G.D.G.

Deutsch:
Grab des seligen und tugendhaften Mannes
Jonatan (Sohn) des Mose
Henriques. Verstorben im Jahre
Seine Seele möge des göttlichen Ruhmes teilhaftig werden

Oberer Teil eines Grabsteines mit hebräischer Inschrift.

Das dargestellte Motiv - ein gefällter Baum - deutet darauf hin, dass der hier Bestattete in relativ jungen Jahren verstorben ist.

Die Grabplatte weist rechts und links der Inschrift gewundene Säulen auf. Im oberen Bereich lehnen 2 Putten an einem Stundenglas.
Inschrift in hebräischer und portugiesischer Sprache.

Portugiesisch (mit spanischer Färbung):
SA DA MUY VIRTUOSA Y HONESTA
SRA ESTER MULHER QUE FOY DO
SR BINJAMIN DIONIS DE CASERES
FALo EM NOUTE DE SALIENTE SABAT
EM 17 DE AB Ao 5491 SAGDG
Deutsch:
Grab der sehr tugendhaften und ehrbaren
Frau Ester, Ehefrau des Binjamin Dionis
de Caseres. Verstorben ......des Sabbat
am 17. Av. des Jahres 5491 (19. August 1731)
Ihre Seele möge des göttlichen Ruhmes
teilhaftig werden.

Juden in Glückstadt                          Quellen und Literatur