Juden in Neustadt an der Weinstrasse

Die Synagoge von Neustadt * Wikipedia Gemeinfrei
Vom 14. Jahrhundert an ist in Neustadt ein "Judenviertel" in der Nähe des Marktplatzes bekannt, aber erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts siedelten mehrere jüdische Familien am Ort. Vertreibungen und Wiederansiedlungen wechselten sich in der Folgezeit in diesem wie auch in den benachbarten Orten der Pfalz ab.
 
Gottesdienste fanden zunächst in einem kleinen Betraum, ab 1867 in der neu erbauten Synagoge in der Ludwigstrasse statt.
 
Im Dorf stand das israelitische Altersheim für die gesamte Pfalz. Ein Friedhof wurde 1862 gekauft und belegt.
 
Um 1900 wohnten etwa 400 Juden im Dorf.
 
In der NS-Zeit, aber auch schon vorher, wurden die Juden von Neustadt noch mehr als andere Juden in der Gegend gequält und verfolgt. Der Grund war, dass der Gauleiter der NSDAP im der Stadt wohnte und die Verfolgung anstachelte.
Im November 1938 wurden die Synagoge und das Altersheim abgebrannt. Mehrere Menschen starben in den Flammen.
 
Die Juden, die nach 1933 nicht auswandern konnten, wurden verschleppt und ermordet. Ab 1940 wohnten keine Juden mehr im Ort.
 
Nach dem Krieg wurde das jüdische Altersheim mit Betsaal wieder aufgebaut. Ein Gedenkstein erinnert an die ehemalige Synagoge.