Juden in Kirchheimbolanden

Ursprünglich hieß der Ort Kirchheim (bei Bolanden), erst seit dem 19. Jahrhundert nahm die Stadt die heutige Bezeichnung an. Kirchheimbolanden ist Kreisstadt des Donnersbergkreises und Hauptort der Verbandsgemeinde gleichen Namens.

Ein jüdischer Einwohner wird schon 1537 erwähnt, 1718 sollen 10 jüdische Familien hier gewohnt habe. 100 Jahre später hatte ihre Zahl fast 200 Seelen erreicht. Die seit dem 18. Jahrhundert vorhandene Synagoge war für die Große Gemeinde nicht mehr ausreichend, sodass ein Neubau geplant wurde. Gegen die Errichtung in unmittelbarer Nachbarschaft zur protestantischen Kirche opponierte heftig die christliche Bevölkerung, unterstützt von ihrem Pfarrer. Der Bau wurde immer wieder verzögert bis schließlich die vorhandene Synagoge und das Schulhaus dem Stadtbrand von 1833 zum Opfer fielen. So wurde an der alten Stelle ein Neubau errichtet. Im November-Pogrom 1938 wurde das Gebäude von den Nazis angezündet und geplündert. Die Ruine musste später abgerissen werden.

Die letzten in Kirchheimbolanden verbliebenen Juden wurden 1940 nach Gurs/Südfrankreich deportiert, einige wenige kehrten 1945 zurück.