Jüdisches Leben in Hochspeyer

Die alte Synagoge (Bild Landesamt RhPf)

Hochspeyer ist ein kleiner Ort westlich von Kaiserslautern im Bundesland Rheinland- Pfalz. Er gehört heute zur Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn.

Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts lässt sich eine kleine jüdische Gemeinde nachweisen.

Die meisten Juden waren als Tierhändler und als Kleingewerbetreibende tätig.

Die Anzahl der jüdischen Bürger erreichte mit 75 Köpfen um die Mitte des 19. Jahrhunderts ihr Maximum.

Zunächst war ein kleiner Betraum in der Bergstraße angemietet. Er wurde auch als Schule benutzt. Ungefähr um 1815 gibt es Hinweise auf die Synagoge, die als stabiles Haus ausgeführt war. Ob die Synagoge nach 1900 noch regelmäßig benutzt wurde, ist unklar. Die Quellen widersprechen sich.

Die Synagoge wurde im Jahre 1940 verkauft. Sie wurde bei den Pogromen des Jahres 1938 beschädigt, die Inneneinrichtung verschleppt und zerstört. Das Haus wurde im Jahre 1970 abgerissen, weil es baufällig war.

Mit einsetzender und zunehmender Verfolgung kam es zu einem Exodus der jüdischen Bewohner. Die meisten flüchteten nach Argentinien oder nach Amerika.

Die 63jährige Pauline Scholem wurde im 0ktober 1940 in das Lager Gurs deportiert. Sie wurde später befreit und überlebte. Sie verstarb im Jahre 1969.

Der Kaufmann Lepold Seeh war der erste Heimatforscher im Dorf Hochspeyer. Er schrieb die erste Ortschronik, die heute noch benutzt wird Sie ist auch heute noch die Grundlage für den historischen Wanderweg. Leopold Seeh starb im Jahre 1937. Eine Hinweistafel auf dem Friedhof erinnert an ihn.