Juden in Edenkoben

Die Kleinstadt im Süden von Rheinland-Pfalz liegt mitten im großen Weinanbaugebiet der südlichen Weinstraße.

Die vorübergehende Anwesenheit von Juden ist zwar schon für die Mitte des 14. Jahrhunderts belegt. Dauerhafte Niederlassungen entstanden jedoch erst b 1660, als der regierende Kurfürst einen Juden gegen Zahlung eines Schutzgeldes aufnahm. Von da an stieg die Zahl der jüdischen Familien kontinuierlich an und erreichte um 1850 ihren höchsten Stand. Ihre Hauptbetätigungsfelder waren zumeist Land/Vieh- und Weinhandel.

Die jüdische Gemeinde in Edenkoben errichtete 1780/81 eine Synagoge ein, die einen einfachen Betsaal in einem Privathaus ablöste. Das Gebäude wurde jedoch nach und nach baufällig, sodass 1827 dann in direkter Nachbarschaft ein Neubau eingeweiht wurde. Einige Zeit später kam auch eine Schule dazu.

Obwohl die jüdischen Bürger weitgehend in die lokale Gesellschaft integriert und von ihr auch akzeptiert war, brachte das NS-Regime ab 1933 Verunglimpfungen und Verfolgungen für sie. Die Synagoge wurde 1938 von der SA geplündert, das Gebäude anschliessend abgebrochen. Die nicht rechtzeitig weggezogenen oder ausgewanderten Juden wurden von den Nazis teils nach Gursin Südfrankreich, teils direkt in die Vernichtungslager im Osten deportiert.