Jüdisches Leben in Alzey

Die rheinhessische Stadt Alzey gehörte einst zur Kurpfalz, kam 1815 an Hessen und liegt jetzt in Rheinland-Pfalz.

Im Mittelalter lebten bereits Juden in Alzey, sie wurden im Zuge der Pestpogrome 1349 vollständig vertrieben. In den nachfolgenden Jahrhunderten wurden Ansiedlungen von Juden von den Obrigkeiten wiederholt zugelassen, jedoch auch immer wieder aufgehoben. Erst in napoleonischer Zeit erfolgte dann ein starker Zuzug.

Die jüdischen Einwohner von Alzey waren im 18. Jahrhundert meist recht wohlhabend. Neben Fabrikbesitzern gab es Ärzte, Rechtsanwälte sowie Kaufleute in verschiedenen Branchen.
Ein jüdische Kultusgemeinde dürfte schon früh bestanden haben, denn 1427 wird eine erste Synagoge erwähnt. 1791 erbaute ein Mitglied der bedeutenden jüdischen Familie Belmont auf eigene Kosten eine neue Synagoge. Im Jahre 1854 wurde dann ein Neubau in aufwändiger Ausführung errichtet, der bis in die 1930er Jahre benutzt wurde.

Die Zahl der ansässigen Juden nahm ab Anfang des 20. Jahrhunderts stark ab und die zu Beginn der NS-Zeit einsetzenden Verfolgungen führten zu einer weiteren Abwanderung und Emigration. 1938 wurde die Synagoge verwüstet, das Gebäude blieb als Ruine stehen. Die letzten jüdischen Bewohner der Stadt wurden von den Nazis 1943 deportiert.

 

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