Jüdisches Leben in Norden und Ostfriesland

Juden siedelten in Ostfriesland seit dem Anfang des 16. Jahrhunderts. In dieser Zeit gab es auch schon in Norden eine jüdische Gemeinde. Im Jahre 1569 wurde der erste Friedhof gepachtet. Es war der erste Friedhof in Ostfriesland. Auch die Juden aus Emden und Aurich begruben ihre Toten zunächst hier.

Die erste Synagoge wurde im Jahre 1804 errichtet und im Jahre 1903 neu erbaut. Ihr war eine Mikwe angeschlossen. Nebenan befand sich das Schulgebäude und ein Haus mit Verwaltungsräumen.1938 wurde die Synagoge niedergebrannt.

Die Gedenkstätte an der Stelle der Synagoge
Das ehemalige Schulhaus

Vom Beginn des 20. Jahrhunderts an kam es in Ostfriesland zu einem verstärkten Antisemitismus. Als Gegenbewegung bildeten sich zionistische Strömungen, die unter der Verfolgung der Nationalsozialisten zur „Alija“ unter Recha Freier, einer Jüdin aus Norden, wurde. Die Alija förderte die Auswanderung nach Palästina.

Die Hälfte der Nordener Juden wurde im Holocaust ermordet. In Norden leben heute keine Juden mehr.Norderney gehörte zur Synagogengemeinde Norden. Seit 1820 sind auf der Insel auch jüdische Gäste nachzuweisen. Die Insel blieb vom „Bäderantisemitismus“ weitgehend verschont. 1878 wurde eine Synagoge gebaut. Sie wurde 1938 verkauft und entging der Zerstörung. Heute wird in den Räumen ein Lokal betrieben.

Das Haus der ehemaligen Synagoge in Norderney