Juden in Esslingen

In der späteren Freien Reichsstadt Esslingen gehen die Nachrichten über jüdische Bewohner und auch die Existenz einer jüdischen Gemeinde bis ins Jahr 1242 zurück. Auch die Lage von jüdischen Wohnhäusern ist teilweise bekannt. Erwähnt sind z. B. Häuser in der Pliensau. Auch Strassennamen “Judengasse” und “Judengässle” sind erwähnt, sie liegen in etwa bei der heutigen Küferstraße bzw. der sog. Schmalen Gasse. Auch eine Synagoge ist in dieser Gegend erwähnt.

Die in ganz Deutschland aufflammenden Judenverfolgungen im Zusammenhang mit der Pestepidemie 1348 haben auch in Esslingen gewütet und viele Opfer gefordert. 1547 verfügte die Reichsstadt die dauerhafte Ausweisung aller Juden aus Esslingen.

Erst ab 1806 - über 250 Jahre später - konnten sich in der Stadt wieder Juden niederlassen. Ihre Zahl erreichte nie eine besondere Grösse, jedoch schuf sich die Gemeinde im 19. Jahrhundert erwähnenswerte eigene Einrichtungen, wozu ein Waisenhaus sowie eine Synagoge gehörten. Leider fielen diese dem Naziterror zum Opfer und wurden geplündert und zweckentfremdet.