Der Friedhof in Waibstadt

Der Eingang zum Friedhof

War die jüdische Gemeinde selbst stets recht klein, so besass der Ort doch einen grossen und bedeutenden Friedhof. Mit rund 233 a war er einer der grössten  jüdischen Friedhöfe in Baden-Württemberg. Angelegt in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts – der älteste bekannte Grabstein datiert von 1690 – diente er anfangs für bis zu 80 Gemeinden als Begräbnisstätte. 1913 nutzten noch immer 10 umliegende Gemeinden den Friedhof.

Die 2556 erhaltenen Steine gruppieren sich in einen älteren, der Strasse abgewandten Teil mit rund 2200 Gräbern und einen neueren Bereich mit ca.300 Gräbern, die zur Strasse zu angeordnet sind.

Besonders fällt ein Bauwerk im nordwestlichen Teil des Friedhofs ins  Auge: hier hat der Frankfurter Unternehmer Dr.h.c. Hermann Weil 1925/27 ein Mausoleum errichten lassen, in dem seine Urne, die seiner christlichen Frau und seiner Pflegerin ihre letzte Ruhe finden sollten. Eine direkte Strasse dorthin wurde eigens gebaut, sie trägt heute seinen Namen. Das Bauwerk hat die Form eines achteckigen Kuppelbaus mit Ehrenhof und vorgelagerter Treppenanlage. Das Innere wurde mit farbigem Marmor für den Fussboden und  einem prächtigen Keramikmosaik für die Kuppel ausgestattet.

Bei den November-Pogromen 1938 wurde die Anlage verwüstet und die Urnen geraubt. Die Stadt Waibstadt hat eine aufwändige Sanierung durchgeführt.


Die Vielfalt und den Reichtum an Geländeeindrücken, Steinformen, Ornamenten und Symbolen zeigen die nachstehenden Fotos sowie die anschliessende Bilderfolge.

Auf der Seite "Grabsymbole und Ornamente" finden Sie weitere eindrucksvolle Bilderfolgen. 

Blick auf den Friedhof und das Mausoleum
Teilansicht mit kunstvollen Grabsteinen
dichtstehende Grabsteine
Grabsteine mit hebräischer Inschrift
traditionelle Grabsteine
Gräber im Wald

Grabsteinvielfalt in Waibstadt