Juden in Eberbach am Neckar

In Eberbach, einst zur Kurpfalz gehörig, sind Juden erstmals 1380 erwähnt, danach fehlen weitere Nachrichten bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Die wenigen Personen gehörten vermutlich alle der jüdischen Großfamilie Löb (Löw) an.

Ab dem frühen 19. Jahrhundert zogen nach und nach weitere jüdische Familien nach Eberbach, ab der 1862 erfolgten Gleichstellung der Juden stieg ihre Zahl stark an und das Gemeindeleben blühte auf. Seit 1860 bestand eine Synagoge, die dann 1913 durch ein neues Gebäude ersetzt wurde. Hier gab es auch ein Ritualbad und diverse Nebenräume. Zu dieser Zeit waren die Juden voll in das öffentliche Leben integriert und als Händler, Kaufleute und Handwerker anerkannte Mitbürger. Nach dem 1. Weltkrieg schrumpfte die Gemeinde durch Abwanderung in die Industriestädte erheblich, so dass 1933 noch 39 jüdische Bewohner in Eberbach lebten.

In der NS – Zeit wurden die Juden verfolgt und wirtschaftlich ruiniert. Die Synagoge fiel dem Pogrom im November 1938 zum Opfer, der grösste Teil der verbliebenen Juden starb im Lager Gurs oder in den osteuropäischen Vernichtungslagern.