Juden in Kleve

Juden lebten bereits in Kleve, als die Stadt im Jahre 1242 die Stadtrechte erhielt. Am Niederrhein, direkt an der holländischen Grenze, blühte ein lebhafter Fernhandel, an dem Juden maßgeblich beteiligt waren.

Im Jahre 1349 wurde die jüdische Gemeinde im Gefolge der Pestpogrome ausgelöscht.

Im frühen 17. Jahrhundert ließen sich wieder einzelne Juden in Kleve nieder. Die Anzahl der Gemeindemitglieder lag dann bis 1933 ziemlich konstant bei 150 Menschen.

Bekannt ist der Bankier Gompertz, der in der Wasserstrasse ein Palais errichten ließ. Die Tochter der berühmten Glückel von Hameln heiratete 1673 Kossmann Gompertz.

Im Haus der Familie Gompertz befanden sich der erste Betsaal und wahrscheinlich auch die Mikwe von Kleve.

Im Jahre 1821 wurden die neue Synagoge an der Reitbahn und das Schulhaus eingeweiht.

 

Jüdischer Grabstein in einer christlichen Kirche

Am 10. November 1938 wurde die Synagoge zerstört. Die Kultgegenstände sind verschwunden. Der Grundriss ist als Denkmal erhalten. Eine Bronzeplatte erinnert an die Synagoge. In der Vorhalle der Klever Stiftskirche ist eine Gedenkstätte eingerichtet. Ob es richtig ist, einen Grabstein vom jüdischen Friedhof in der Kirche aufzustellen, mag dahin gestellt sein. Das Memorbuch der Synagoge mit den Namen der Toten von 1693 bis 1831 wurde gerettet und befindet sich in Jerusalem.

Ab 1933 wurden die Klever Juden verfolgt, unterdrückt und deportiert. Nur wenige jüdische Menschen überlebten.

Die Täter sind bekannt. Eine juristische Aufarbeitung fand nur sehr unzureichend statt.

Unterhalb der Schwanenburg wurde an dem Platz, an dem die Synagoge stand, ein Mahnmal errichtet.

Es erinnert mit einer Tafel mit Text, einem Davidstern und kleinen Messingquadern an die Synagoge, aber in der Hauptsache an die Menschen, die der Verfolgung zum Opfer gefallen sind.

Am linken Rand des Denkmals, am Abgang zum Bleichberg, findet sich an einer Mauer eine große, runde Bronzetafel, die ebenfalls mit einem Text und dem Beginn des Shema an die getöteten Bürger und die zerstörte Synagoge erinnert.

Im Hof des Freiherr vom Stein Gymnasiums erinnert eine Metalltafel an die Bücherverbrennung, die hier stattfand.

Es ist geplant, an der Stelle des Mahnmals ein  Begegnungszentrum zu errichten. Das Projekt findet sich in der Planung und soll im Jahre 2016 eröffnet werden.