Jüdisches Leben in Issum

Issum ist eine kleine Stadt am linken Niederrhein.

Die erste Ansiedlung von Juden lässt sich 1775 nachweisen. In der Folgezeit erreichte die jüdische Bevölkerung um die Mitte des 19. Jahrhunderts mit 50 Mitgliedern ein Maximum, um dann bis 1938 auf 12 Mitglieder zu schrumpfen.

Schon im Jahre 1791ist in Issum ein Bethaus bezeugt. 1865 wird eine Synagoge, später eine Schule mit Lehrerwohnung und Mikwe im Keller an der jetzigen Stelle gebaut.

im Hinterhof der Kapellener Strasse

Nachdem die Zahl der Juden stetig zurückging, wurden ab 1928 keine Gottesdienste mehr abgehalten. Die Synagoge und der Schulraum mit Mikwe wurden an eine Privatperson verkauft und als Abstellraum benutzt. Sie entgingen so der Zerstörung.
Die Architektur der Synagoge gilt als eine Stilkombination von maurischen Elementen und der Backsteinbauweise niederrheinischer Dorfkirchen, wie sie damals als eigenständige synagogale Architektur aufkam.
Nach dem Krieg wurden die Gebäude nach anfänglichen unwürdigen Querelen in den politischen Entscheidungsgremien von der Stadt zurückgekauft und restauriert  Sie können heute wieder besichtigt werden.

Innenansicht
Die Mikwe im Keller des Schulhauses

In den letzten Jahren wurden in Issum einige „Stolpersteine“ zum Gedenken an jüdische Mitbürger im Straßenpflaster angebracht.