Juden in Bocholt

Bocholt ist eine Stadt im westlichen Münsterland unweit der Niederländischen Grenze.

Seit 1396 werden einzelne Juden in Bocholt erwähnt, ab 1654 lebten dann Juden regelmäßig mit ihren Familien in der Stadt. Vom ausgehenden 18. Jahrhundert an war Bocholt die größte jüdische Gemeinde im westlichen Münsterland. Zur Synagogengemeinde Bocholt gehörten auch die umliegenden Dörfer Dingden, Rhede und Werth.

Bis zum Jahre 1900 lebten etwa 300 Juden in der Stadt. Viele Juden spielten eine bedeutende Rolle in der Textil- und Webeindustrie. 

Ab 1798 hatte die Gemeinde dann eine Synagoge in der Nobelstrasse. Im Nachbarhaus wohnte der Synagogendiener.

Die Zerstörung der Synagoge im Jahre 1938 verhinderte ein benachbarter Schreiner, der um sein Holzlager fürchtete. Der Innenraum wurde jedoch total verwüstet.

Im Jahre wurde die Synagoge ein Opfer der Bombenangriffe.

Am Platz der ehemaligen Synagoge steht heute ein Mahnmal, Steine mit hebräischen Buchstaben sind in einen Steinklotz eingemauert.

 

Zwei Gedenkstätten in der Stadt erinnern an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Im Jahre 1939 lebten nur noch 54 Juden in Bocholt, die übrigen Juden waren nach Verfolgungen und Quälereien emigriert und verzogen.

 

Die Juden, die geblieben waren, wurden zunächst in „Ghettohäusern“ gesammelt, dann verschleppt und ermordet.