Jüdisches Leben im Münsterland

Etwa bis zum Jahr 1000 wird nur von einzelnen Juden im Münsterland berichtet. Vom Jahr 1200 an kommt es zur Bildung von jüdischen Gemeinden in mehreren Städten und Dörfern der Region. Zahlreiche Synagogen und Friedhöfe zeugen von einem regen jüdischen Leben.

Die ansässigen Juden waren zumeist Kaufleute, oft in privilegierten Stellungen. Sie genossen oft Bürgerrechte.

Während der Pestjahre in der Mitte des 15. Jahrhunderts wurden die Juden zum größten Teil getötet, die Gemeinden und kulturellen Einrichtungen zerstört. 

Bis zum Jahre 1500 sind nur einzelne Berichte über Juden im Münsterland  bekannt. Danach kommt es wieder langsam zur Niederlassung von Juden. Kennzeichnend für das Münsterland sind reiche „vergleitete“ Juden und arme Landjuden. Eine Mittelschicht war kaum vorhanden. Es gibt Berichte über jüdische Räuberbanden im Münsterland. Das „Rotwelsch“ legt Zeugnis von dieser Tätigkeit ab.

Nach dem Emanzipationsedikt kam es nach 1815 zum langsamen, aber stetigen Zuzug von Juden ins Münsterland. Sie stellten einen hohen Anteil der Selbständigen und waren in Gastronomie, Handel und Verkehr überproportional vertreten, während sie im landwirtschaftlichen Bereich und in der Industrie keine Rolle spielten.

Zunehmender Antisemitismus im ausgehenden 19. Jahrhundert führte zur Flucht in die größeren Städte.

Am ersten Weltkrieg nahmen viele Juden mit glühendem Patriotismus teil, weil sie sich als Deutsche fühlten. 500 Juden aus dem Münsterland starben.

Die traurigen Ereignisse nach 1933 mit Entrechtung, Verfolgung und Tod in den Vernichtungslagern sind auch für das Münsterland bekannt. Hier, wie im übrigen Deutschland wurden zuerst Bücher, dann Synagogen und schließlich die Menschen verbrannt.