Die Friedhöfe von Freistett und Rheinbischofsheim (Stadt Rheinau) und Lichtenau/Baden

Die Stadt Rheinau liegt in der Rheinebene und entstand 1975 durch Vereinigung der Stadt Freistett und der Gemeinde Rheinbischofsheim.

Rheinau-Freistett

Schon im 17. Jh. sind einzelne Juden hier ansässig gewesen. Um 1740 ist eine kleine Gemeinde entstanden, die zu ihrer Blütezeit 80 Mitglieder hatte. Sie besass eine Synagoge und eine Mikwe. Einen eigenen Friedhof konnte sie sich vermutlich nicht leisten, die Verstorbenen wurden in Kuppenheim bestattet. Erst Anfang des 19. Jh. wurde für die nahe beieinander liegenden Gemeinden Freistett, Rheinbischofsheim, Bodersweier und Lichtenau die Errichtung eines gemeinsamen Begräbnisplatzes möglich, der dann als Verbandsfriedhof für diese Orte auf dem Gewann “Hungerfeld” entstand.
Heute stehen hier 618 Grabsteine auf einer Fläche von 29,4 a.
Störungen und Schändungen werden zu verschiedenen Zeiten berichtet, besonders jedoch während der NS-Zeit.

Rheinau-Rheinbischofsheim

Die im 17. Jh. hier entstandene jüdische Gemeinde besass eine Synagoge und vermutlich auch ein Ritualbad.
Auch sie bestattete ihre Toten bis 1830 in Kuppenheim. Eine Überlegung zur Errichtung eines eigenen Friedhofs wurde vermutlich aus Kostengründen nicht realisiert. Lediglich die Familie Löw Simson erhielt 1802 die Genehmigung zur Anlage eines Familienbegräbnisses. Dieses besteht bis heute mit einem einzigen erhaltenen Grabstein von 1819.

Lichtenau/Baden

Die Stadt Lichtenau liegt nur wenige km nördlich von Rheinau. Eine jüdische Gemeinde hat schon vor 1700 bestanden. Vermutlich war sie anfangs relativ klein geblieben, denn an Einrichtungen ist im 18. Jh. lediglich ein Betsaal vorhanden. Erst ab 1860 entstand eine Synagoge mit Schule und Mikwe. Die Toten wurden anfangs in Kuppenheim, ab 1830 auf dem gemeinsamen Friedhof in Freistett begraben.
Wegen einer Seuche 1871 konnte man 3 Verstorbene nicht nach Freistett transportieren, sie mussten in Lichtenau bestattet werden. So entstand der kleine jüdische Friedhof beim städtischen Friedhof, die Grabsteine sind jedoch in der NS-Zeit entfernt worden. Heute erinnert ein Gedenkstein daran.