Der Bühler Friedhof

Einen eigenen Friedhof hatte die jüdische Gemeinde Bühl zunächst nicht, ihre Verstorbenen bestatteten sie auf dem Verbandsfriedhof in Kuppenheim. Erst 1833 kam es zur Errichtung eines eigenen Begräbnisplatzes. Dabei mussten erhebliche Schwierigkeiten sowohl mit den Anliegern des vorgesehenen Grundstückes “auf der Honau” als auch mit der Stadtverwaltung bewältigt werden.

Der Friedhof umfasst eine Fläche von 18,6 a und birgt 345 Grabsteine. Ein Hauptweg teilt ihn in eine nördliche, den Frauen vorbehaltene und eine südliche, für Männergräber vorgesehene Hälfte. Seine Errichtung erfolgte zu einer Zeit, als eine Annäherung der Gestaltung an die der christlichen Umgebung im Gange war. Stilmerkmale und Materialwahl der Grabsteine lassen dies in vielen Fällen erkennen. Während einige Steine in Sandstein ohne wesentlichen Schmuck ausgeführt sind, findet man eine ganze Anzahl in Marmor oder Granit oder solche mit Marmortafeln auf anderen Materialien.
Sehr interessant sind sind die Stilformen, die bei den Aufsätzen neo-romanische oder neugotische Elemente zeigen, aber auch der Jugendstil ist vertreten. Vielfach wurde die klassische Form mit einem Rundbogen, gelegentlich auch mit 2 Rundbögen gewählt. Hohe Stelen auf kräftigen Sockeln mit hebräisch/deutscher Inschrift sind ebenso vertreten wie rechteckige, aufrechtstehende Grabplatten, gelegentlich nur mit deutscher Inschrift oder nur hebräisch.

Die Namen vieler bekannter und angesehener Familien aus Bühl und Umgebung sind auf den Grabsteinen zu finden.

Leider blieb auch der Bühler Friedhof in der NS-Zeit nicht verschont, auf Befehl der damaligen Behörden wurden alle Metallteile an Tor und Grabsteinen entfernt.