Jüdisches Leben in Waren an der Müritz

Waren ist eine Stadt in Mecklenburg an der nördlichen Müritz. Sie ist Sitz der Bezirksverwaltung.

Es gab bereits im Mittelalter in Waren, Röbel, Malchow und Prenzlin jüdische Gemeinden. Nach Pogromen im Jahre 1492 kam das jüdische Leben zum Erliegen. Erst um 1700 gab es wieder jüdische Gemeinden in Mecklenburg.

In Waren lassen sich im Jahre 1810 über 100 Juden nachweisen. Die Zahl nahm kontinuierlich ab bis zur Zahl von 9 jüdischen Bürgern im Jahre 1938. Bis 1942 wurden die ansässigen Juden verfolgt, vertrieben und in Konzentrationslagern ermordet.

Die Gottesdienste der Gemeinde fanden in einem schlichten Fachwerkgebäude statt, das im Norden von Waren  in der Gegend der Kleinen Wasserstraße und dem heutigen Schweriner Damm lag. Es wurde im Jahre 1795 erbaut. Das Innere der Synagoge war an den Wänden mit Pflanzen verziert, dien Decke war mit Sternen geschmückt. An einer Wand war eine hölzerne Empore angebracht. Fotos vom Inneren gibt es leider nicht. Die wenigen zugänglichen Bilder vom Äußeren der Synagoge zeigen einen schmucklosen Fachwerkbau.

In dem Bau befanden sich eine Schule und eine Mikwe, ein rituelles Bad.Mit Beginn des 19. Jahrhunderts kam das Gemeindeleben, wohl wegen der geringen Mitgliederzahl der Gemeinde, langsam zum Erliegen. Es fanden keine regelmäßigen Gottesdienste mehr statt, weil man die für einen Gattesdienst nötige Anzahl von Männern nicht mehr zusammenbrachte.

Das Haus der Synagoge wurde 1936 verkauft und als Werkstatt genutzt. Im Jahre 1956 wurde es mit anderen Häusern beim Bau der Umgehungsstraße abgerissen. Heute erinnert ein Gedenkstein an den Ort der ehemaligen Synagoge. Bemerkenswert ist, dass der Besitzer des Hauses die Geniza, also die gebrauchten sakralen Schriften, über die Jahre gerettet hat. Sie stehen heute im Museum zur Verfügung.

Bemerkenswert ist, dass der Besitzer des Hauses die Geniza, also die gebrauchten sakralen Schriften, über die Jahre gerettet hat. Sie stehen heute im Museum zur Verfügung.          

In Waren erinnern einzelne Stolpersteine an ermordete jüdische Mitbürger