Der jüdische Friedhof in Hochheim am Main

Der Hocheimer Friedhof hat eine eine Grösse von 790 m2. Er wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet, nachdem bis dahin der Flörsheimer Friedhof mitbenutzt worden war. Die erste Bestattung datiert vom April 1912, die letzte von 1939. 17 Gräber sind verzeichnet.

Heute ist der kleine Friedhof eingerahmt von Rebanlagen, zwischen denen er fast nicht mehr zu erkennen ist. Von der Strassenseite führt ein einfaches Tor in die gepflegte, teils ummauerte, teils umzäunte Anlage, die Grabsteine sind im hinteren Teil konzentriert.

Die Hochheimer jüdische Gemeinde war klein - zwischen 1900 und 1909 zählte sie 30 - 40 Personen, die Familien lebten in bescheidenen Verhältnissen.

Der Eingang
umgeben von Rebanlagen sind die Grabsteine kaum zu sehen
die wenigen, gepflegten Grabsteine
Gedenkstein zu Ehren umgekommener Zwangsarbeiter

Persönlichkeiten:

Aus Hochheim stammt der damals für Kassel bedeutend gewordene Geheime Kommerzienrat Sigmund Aschrott (1826 - 1915). Er war nicht nur ein Wohltäter für die israelitische Gemeinde in Kassel durch viele Stiftungen, sondern erwarb sich Verdienste u.a. durch Ankurbelung der hessischen Leinenindustrie im 19. Jh., durch die Schaffung von Verkehrseinrichtungen in Kassel (Eisenbahndirektion und Strassen) und umfangreiche Industriefinanzierungen durch sein Bankhaus in Berlin.