Der jüdische Friedhof in Bad Soden

Der jüdische Friedhof von Bad Soden ist besonders gut erforscht und in einer detaillierten Beschreibung durch Mitarbeiter des Arbeitskreises für Bad Sodener Geschichte im Jahre 1986 veröffentlicht (siehe Literatur). Grundlage war das “Protocoll-Buch der Israelitischen Todenhofs-Anlage zu Bad Soden”, einer Art Toten-Register, in das alle Bestattungen seit 1873 bis 1939 eingetragen wurden.

Der Friedhof wurde im Jahre 1873 errichtet und diente anfangs als Sammelfriedhof den Juden aus Bad Soden, Höchst, Unterliederbach, Okriftel, Hattersheim und Hofheim. Er liegt auf einer kleinen Anhöhe südwestlich von Bad Soden, um für alle beteiligten Gemeinden gut erreichbar zu sein. Seine Grösse betrug ursprünglich 2220 m2, wegen einer Strassenverbreiterung wurde er 1964 etwas verkleinert, wobei auch die Reste einer Leichenhalle abgetragen wurden. Insgesamt wurden hier 288 Personen beigesetzt, darunter 36 Kinder.

Der Blick vom Eingang zeigt die Hinterseiten
die andere Blickrichtung die Vorderseiten der Grabsteine

vielfältige Formen der Grabsteine - vom Säulenstumpf und Obelisk zum stilisierten Thoraschrein

das verwendete Material umfasst Sandstein, farbigen Marmor und auch Granit

Persönlichkeiten:

Bad Soden war wiederholt Aufenthaltsort des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy, der hier wohl Erholung suchte und gleichzeitig Konzerte gab, zu denen Zuhörer aus nah und fern strömten. Vermutlich entstanden hier einige seiner berühmten Kompositionen, darunter auch “Wer hat Dich Du schöner Wald... 
Mit wohltätigen Stiftungen wirkten in Bad Soden die angesehenen jüdischen Bürger Kommerzienrat Enoch Christoph Reiss (1802 - 1885), Paul Emil Reiss (1846 - 1926) und Dr. Adolf Reiss (1877 - 1964), sie sind Ehrenbürger der Stadt geworden. Baron W. C. von Rothschild aus Frankfurt gründete eine Kuranstalt für arme jüdische Bürger, jahrelang geleitet von Dr. Max Isserlin, der 1965 in England verstarb.