Der Friedhof

Auf dem Darmstadter Friedhof

Ein Friedhof bestand schon Ende des 17. Jahrhunderts, und zwar auf dem Gelände des damaligen Dorfes Bessungen, heute zur Stadt Darmstadt gehörig.

Er hat eine Fläche von 15 000 m², noch etwa 1800 Grabsteine sind erhalten. Der älteste Stein stammt aus dem Jahr 1714 und trägt den Namen Kaila Löw. Den alten, westlich gelegenen Friedhofsteil kennzeichnen Grabsteine aus Buntsandstein mit durchgängig in Hebräisch gehaltenen Inschriften. Auf dem neuen, östlich gelegenen Friedhofsteil befinden sich auch dunkle und weiße Marmordenkmäler. Außerdem sind dort teilweise deutsche Inschriften vorhanden.

Hinter dem Eingang, einem von Stadtbaumeister Friedrich Anton Louis 1863 geplanten Portal im ägyptisierenden Stil, erschließt eine Allee den Friedhof. Der Eingang an der Nordseite entstand 1863. Eine Bruchsteinummauerung begrenzt den  Friedhof. Zwischen 1933 und 1945 konnte der christliche Friedhofsgärtner Schändungen und Zerstörungen größtenteils verhindern.

Ein Kriegerdenkmal für die im Ersten Weltkrieg 1914–1918 gefallenen Mitglieder der jüdischen Gemeinde Darmstadt steht in der Mitte des Areals. An die in der Zeit des Nationalsozialismus umgekommenen Mitglieder der jüdischen Gemeinde erinnert eine Bronzetafel von 1959. 2007 wurde eine Trauerhalle eingeweiht.