Der jüdische Friedhof von Randegg (Gottmadingen)

Wie im benachbarten Gailingen siedelten sich die ersten jüdischen Familien Mitte des 17. Jahrhunderts in Randegg an. Zu dieser Zeit hatten die Freifrauen von Reinach zu Randegg und Gailingen die Ortsherrschaft inne, die die Niederlassung gestatteten. Sicherlich geschah die Aufnahme nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit. Vielmehr wurden die Juden mit Schutzgeldern und Sondersteuern belegt und stellten eine lohnende Einnahmequelle für die Herrschaften dar.

Die Anlage eines eigenen Friedhofs wird schon im 17. Jahrhundert genannt. Er entstand weit ausserhalb des Ortes im Gewann Flözler, direkt an der schweizerischen Grenze. Die Entfernung zur Ortschaft entsprach einerseits dem Reinheitsgebot des Talmud, zum anderen wird die Ortsherrschaft vermutlich bewusst ein weniger wertvolles Gelände zugewiesen haben. Die Fläche liegt bei 75 a. Eine Zählung ergab 330 Grabsteine, teilweise stark beschädigt. Der älteste Stein stammt von 1810, 1938 endete die Belegung des Friedhofes.