Der Friedhof in Altona

Dieser Friedhof an der Königstraße besteht aus zwei ursprünglich getrennten Teilen, dem traditionellen sefardischen und dem aschkenasischen Areal. 

1611 erwarben die in Hamburg ansässig gewordenen sefardischen Juden das Gelände, um einen Friedhof anlegen zu können. Sie mussten in das damals dänische Altona ausweichen, weil ihnen in Hamburg keine Erlaubnis erteilt  wurde.
In der unmittelbaren Nachbarschaft konnten dann 1612/16 auch aschkenasische Juden einen Friedhof anlegen. Heute sind sie zu einem Gesamtkomplex zusammengefasst, der 1869/71 geschlossen werden musste. Trotz starker Kriegseinwirkungen, späterem Vandalismus und anderen Beeinträchtigungen ist die Anlage gepflegt und steht unter Denkmalschutz.

Der sefardische Teil:

Dieser Bereich bietet dem Besucher ein deutlich anderes Bild als die aschkenasischen Friedhöfe. Die Grabplatten sind zumeist liegend angeordnet, als Material wurde zwar auch Sandstein, jedoch in größerem Umfang weißer Marmor sowie schwarzer Basalt eingesetzt. Entsprechend der Herkunft der Bestatteten sind die Inschriften zumeist hebräisch und portugiesisch oder auch spanisch. Platten und Grabmale anderer Art sind reich verziert, sowohl mit Ornamenten als auch mit Bildern und Symbolen. Vielfach wird auf biblische Szenen Bezug genommen, die zu den Vornamen der Verstorbenen passen. Auch Symbole griechisch-römischer Herkunft und sogar christliche Anklänge kommen vor. Auch sieht man Stammbäume, Wappen und andere heraldische Formen, mit denen bedeutende Familien auf ihre Herkunft hinweisen wollten.
Charakteristisch für die sefardische Grabkultur sind die Grabmale in pyramidenartiger Form. Sie sind oft aus weißem Marmor und tragen umfangreiche Verzierungen mit Bildern und Symbolen mit Verbindung zum Leben der hier Bestatteten.
Heute sind auf diesem Friedhofsteil noch rund 1600 Grabsteine zu finden.

Der aschkenasische Teil:

Auf diesem einst getrennten Friedhof standen rund 6000 Gräber der Altonaer aschkenasischen Gemeinde. Dazu kommen noch 668 Gräber der Hamburger Gemeinde.
Die Grabsteine sind entsprechend der aschkenasischen Tradition überwiegend als Stelen aus Sandstein ausgebildet. Bemerkenswert ist die vergleichsweise geringere Verwendung von Symbolen und Bildern. Dafür findet man meist ausführliche Inschriften in hebräischer Sprache, die den Verstorbenen ehren.

Hier ruhen auch bedeutende jüdische Persönlichkeiten, Gelehrte, Rabbiner. Auch der Vater des Dichters Heinrich Heine hat hier seine Grabstätte.