Die Friedhöfe in Eberswalde

Der alte Friedhof Oderbergerstr.

Die Geschichte der Juden in Eberswalde beginnt bereits im 14.Jahrhundert, denn 1400 wird ein jüdischer Schlachter als Einwohner und für das Jahr 1407 eine Jodenstrasse  erwähnt. 1439 erhielt der wohl erste Jude die Bürgerrechte für Eberswalde. Zu dieser Zeit gab es jedoch noch keinen jüdischen Friedhof in Eberswalde. Die Toten wurden bis 1750 in Biesenthal beigesetzt. Erst 1751 konnte ein Friedhof für die jüdischen Bürger eingelegt und geweiht werden. Dieser Friedhof wurde 1851 erweitert und 1862 mit einer Ziegelmauer eingefasst Seine Grösse beträgt ca. 975 a und es sind ca. 200Grabstellen vorhanden.   

Über eine Schändung des Friedhofs berichtet die „Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12.November 1897:
"Auf dem jüdischen Friedhof in Eberswalde, wo schon früher ähnlicher Frevel verübt worden ist, sind durch ruchlose Hände mehrere Grabsteine beschädigt worden. Die Polizeiverwaltung hat eine Belohnung von 100 Mark für die Ermittelung des Täters ausgesetzt."    

Und vom 28. Januar 1898:
"Wegen gröblicher Schändung des jüdischen Friedhofs in Eberswalde haben die Arbeiter Dittmann, Wittke und Botz von der dortigen Strafkammer zwei Jahre, acht Monate und ein Jahr sechs Monate Gefängnis erhalten."  

Die NS-Zeit hat dieser Friedhof jedoch schadlos überstanden. Der Friedhof lag damals bereits in einer etwas versteckten Ecke auf dem Gelände der „Landesirrenanstalt“, dem heutigen Gropius-Krankenhaus und wurde auch in einem Buch „Geschichte der Stadt Eberswalde“ nicht erwähnt. Erst 1988 beschäftigte sich die Stadt Eberswalde wieder mit dem altenjüdischen Friedhof. Zunächst war geplant den Friedhof einzuebnen, man entschied sich dann aber doch die Anlage wieder in einen würdigen Zustand zu versetzen. Nach ersten arbeiten wurde der Friedhof geschändet in dem Unbekannte 20 Grabsteine umwarfen und zum Teil zerstörten. Der Friedhof wurde vollständig wieder hergerichtet ist heute eine gepflegte Anlage und wohl einer der ältesten und schönsten jüdischen Friedhöfe im Land Brandenburg. Der an der Oderbergerstr. gelegene Friedhof ist sehr schwer zu finden und allgemein nur durch das geschlossene Eingangstor zu betrachten.

Der neue Friedhof  Saarstr./Freienwalder Str.

Erstaunlicherweise war über die Geschichte des neuen jüdischen Friedhofs kaum etwas in Erfahrung zu bringen. 
Die Planung zum neuen jüdischen Friedhof und die Sammlung entsprechender finanzieller Mittel beginnen bereits im Jahre 1894. Ein passendes Grundstück wurde 1920 erworben und 1924 konnten die ersten Bestattungen erfolgen. Von der 1929 geweihten Friedhofshalle ist nichts mehr erhalten. Der Friedhof wurde in der NS-Zeit geschändet und später abgeräumt.  Die heutige Anlage besteht aus einer grossen Wiese mit altem Baumbestand. Zu DDR-Zeiten wurden 53 noch vorhandene Grabsteine an je einer Längs- und Querseite aufgestellt und mit Stahlbändern befestigt. Die Anlage ist offen und für jedermann frei zugänglich.

 

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