Jüdisches Leben in Heiligenhaus

Heiligenhaus ist eine Kleinstadt östlich von Düsseldorf. In der Stadt lebten stets so wenige Juden, dass nie eine Gemeinde mit Beträumen oder einer Synagoge zustande kam. Es wurden stets die Einrichtungen der umliegenden Gemeinden benutzt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts benutzten die Heiligenhauser Juden die Einrichtungen und auch die Friedhöfe der Gemeinde Velbert, im späten 19 Jahrhundert die der Gemeinde Wuppertal Elberfeld.

Die Juden waren voll in das Leben der Gemeinde integriert. Sie waren als Metzger, Klempner, Gemischwarenhändler und anderen Berufen tätig und nahmen rege am sozialen Leben der Gemeinde teil. 
Bei dem Pogrom im November 1939 zerschlugen SA Männer die Einrichtung von Geschäften und Wohnungen und beraubten die Juden damit ihrer  letzten Lebensgrundlagen. Das Ehepaar Aron wird in der Ruhr ertränkt.

Im Jahre 1933 lebten in Heiligenhaus noch 24 jüdische Bürger. Sie verzogen meist früh in die angrenzenden Großstädte. Einige Juden emigrierten und wurden gerettet, die meisten wurden jedoch ermordet. Die einzelnen Schicksale sind durch interessierte Bürger sehr ausführlich dokumentiert worden. Heute erinnern einzelne „Stolpersteine“ an verstorbene jüdische Bürger.

Die Toten der Gemeinde wurden in Velbert, vereinzelt auch auf dem Friedhof am Görscheider Weg beerdigt. Dieser heute auf dem Gebiet der Gemeinde Heiligenhaus gelegene Friedhof gehörte ursprünglich zur Gemeinde Kettwig vor der Brücke. Die Lage der Friedhöfe in dieser Gegend ist durch Gebietsreformen oft nicht eindeutig den alten Synagogengemeinden zuzuordnen.