Der jüdische Friedhof von Ipthausen

Der Eingangsbereich des Friedhofs

Lage:
Der Friedhof wurde ursprünglich etwa 700m nordwestlich von Ipthausen auf freiem Feld angelegt. Er liegt mittlerweile innerhalb der Gemeinde Bad Königshofen in der Straße Am Judenfriedhof und ist von Einfamilienhäusern umgarnt. Er befindet sich immer noch weit ab von dem eingemeindeten Ort Ipthausen. Sein Grundriss ist beinahe quadratisch. Er ist umgeben mit einem eisernen Zaun. Das Tor befindet sich an der Südseite. Die noch vorhandenen Grabsteine - 2017 habe ich zwölf gezählt - sind nach Osten ausgerichtet.

Geschichte:
Der Friedhof wurde 1921 errichtet, damit die Trauernden nicht mehr den mühevollen Aufstieg zum Judenhügel in Kleinbardorf auf sich nehmen mussten. In den Jahren 1921 und 1925 kam es zu ersten Schändungen des Friedhofs. Im Jahr 1933 verwendete ein NS-Anhänger Steine der Friedhofsmauer zum Bau seines Eigenheims.1) Im Frühjahr 1938 wurden alle vorhandenen Grabsteine von Mitgliedern des Reichsarbeitsdienstes, die beim Frühsport zufällig das Gelände passierten, umgeworfen.2) Weiterhin wurden während der NS-Zeit die meisten Grabsteine u.a. zum Bau von Treppenstufen im Stadtpark und im Schwimmbad verwendet. Hinter dem Eingangstor steht heute ein Mahnmal für die jüdischen Opfer von Bad Königshofen und Umgebung während der NS-Zeit. 1997 schließlich wurde aus einigen der rückgeführten Grabsteine ein Denkmal in Pyramidenform errichtet und in der Südwestecke des Geländes platziert.

 

An dieser Ecke erreicht man den Friedhof; deutlich ist das leere Feld zu erkennen, nur im Hintergrund einige der wenigen erhaltenen Steine.
Die Pyramide aus den zurückgeführten Grabsteinrelikten.
An diesen wenigen erhaltenen Steinen fehlen zumeist die Platten.
Zwei geschändete Grabsteine.
Mahnmal für die jüdischen Opfer während der NS-Zeit.

 

Ein Link zu einer Webseite mit einem Foto des geschändeten Friedhofs.

Foto: Alemannia Judaica, Reinhold Albert, Sulzdorf an der Lederhecke