Bilder zum Rexinger Friedhof

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Der Aufnahme der Grabsteine kommt besondere Bedeutung zu, denn sie enthalten Angaben zu Berufen, Ämtern und Namen von Eltern und Kindern und geben wichtige Hinweise auf individuelle Lebensumstände, auf Schicksale, auf Familienzusammenhänge und die Jahrhunderte währende Konstanz einer tief religiös verwurzelten jüdischen Kultur. Dabei erschwerten Spuren der Verwitterung, und Bewuchs mit Moosen und Flechten das Entziffern, besonders an den älteren aus rotem Sandstein gefertigten Grabsteinen.

Von der Mitte des 19. Jh. an finden sich die verschiedensten Schmuckelemente, meist Trauersymbole und neben hebräischen Texten auch deutschsprachige Eulogien, teilweise in Reimform oder als Akrostichon. Die ältesten Steine sind in kalligraphischem Hebräisch als einzigem Schmuck eingemeißelt, zitiert nach oder angelehnt an Psalmverse und Bibelworte.

Eindrücke von der Lage des Friedhofs

Südwestlicher Bereich mit Kindergräbern
Der älteste Teil des Friedhofs
Im mittleren Teil des Friedhofs
Der jüngste Bereich

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Hermann Lemberger 1878 - 1961 Grab 965
Gedicht von seinem Schwiegersohn.
Prof. Dr.. h.c. Joseph Eberle (Sebastian Blau)

„Der Letzte“
Schwäbisches Dorf - seit Menschengedenken
bot es den Seinen Nahrung und Hege,
bis gehässige Roheit sie austrieb -
bot dem Achtiger nunmehr die Ruhstätt.
Nach den babylonischen Jahren
kam er zurück von Heimweh getrieben
Suchend den Nachklang vergangener Zeiten
Arm wie er war und ohne Berühmtheit.
Suchte vergebens Verwandte und Freunde,
Sabbatglanz und fröhlichen Schullärm,
suchte vergebens Ruhe und Frieden,
die er entbehrt in der Fremde.
Nur jenes Fleckchen fand er bereitet
zwischen verwucherten Gräbern der Ahnen,
denen der Herr zu sterben vergönnte
vor der Verfolger tyrannischem Wüten.

Jedem der Dörfler aus Davids Geschlecht
hätte dies Waldstück Raum noch geboten
lange, ach lange kam keiner zur Ruhe
hier an dem Ort, dem der Ruhe Geweihten.
Weniger drücken wird die Verbannten
Gräbererde in fremden Gefilden -
keines Grabes bedurften die Scharen,
die als Asche und Rauch verwehten....

Heimaterde deckt nun den Einen
unter den dunklen Tannen des Schwarzwaldes ,
die schon die Wiege des Kindes umrauscht,
wie sie umschatten den Hügel des Vaters.
Hier ruht der letzte Jude des Dorfes
bald wird Gesträuch seinen Hügel bedecken
Nie wird Vergessen darüber sich breiten,
mehr als ein Greis liegt hier doch begraben.