Der jüdische Friedhof Dettensee

1830 gekauft, mit einer Größe von etwas mehr als 13ar,östlich vom Dorf, nahe einem Waldrand war für 400 Gräber und 100 Jahre vorgesehen. Zuvor diente der Mühringer Friedhof auch den Dettenseer Juden.als Begräbnisstätte. Eine Einfriedung durch eine von Beginn an vorgesehene Mauer konnte wgen Geldmangels erst zwischen 1909-11 realisiert werden. Der letzte hier 1934 Begrabene Herrmann Hirsch erhielt zum Gedenken an die zerstörte Synagoge als Grabstein den Rest eines Emporenstütz-Pfeilers. Er hatte 1929 einen „Übergabevertrag auf alle Zeiten“für den jüdischen Friedhof zu dessen Schutz und Wiederherstellung mit der Gemeinde Dettensee vereinbart und dieser als Gegenleistung das gesamte Vermögen der jüdischen Gemeinde übergeben.Seine Schwester Louisa wurde 1942 über Theresienstadt nach Maly-Trostinec deportiert und ist dort verschollen.11 weitere, in Dettensee geborene Juden wurden Opfere des Holocausts.

1944/45 wurde der Friedhof – wie Margarete Kronenbitter, eine Zeitzeugin – berichtet, von auswärtigen Nazis verwüstet, die Grabsteine zum großen Teil zerschlagen und die Mauer teilweise zerstört. Nach 1945 wurde mit der Instandsetzung des Friedhofs allmählich begonnen. Bei Aufstellung der 157 von ursprünglich 218 Grabsteine (die teilweise nur als Bruchstücke erhaltenen waren) konnte die ursprüngliche Trennung nach Geschlechtern und die jeweils dem Stein zugehörige Person nicht immer eingehalten werden, da man des Hebräischen nicht mächtig war.

Die durch den persönlichen Einsatz von H. Zander initiierte und von Nils Christian Engel/Halle im Jahr 2000 vorgelegte Dokumentation und Übersetzung der Grabstein - Inschriften ist bisher vorläufig geblieben. s . Lit.verzeichnis.