Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Dettensee

Dettensee, urkundlich ersterwähnt im 8. Jhdt. ist eine kleine, heute 543 Einwohner zählende Gemeinde. Der Ort südöstlich auf der Hochebene zwischen Neckar und Eyach gelegen ist Stadtteil von Horb. Nach wiederholtem Besitzerwechsel ging der Ort 1715 an das Kloster Muri über und gelangte 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss in den Besitz des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen. Wahrscheinlich wurden die ersten Dettenseer Juden als Schutzjuden zwischen 1552 - 1575 von Graf Oswald von Nellenburg aufgenommen. Sie hatten innerhalb der eigenen Gemeinde und für die Schutzherren erhebliche Abgabenzu leisten und waren auf engstem Raum in teils baufälligen Vogteihäusern des Schlosses untergebracht. 1807 lebten 11 von insgesamt 23 Familien von Almosen.

Bis 1829 nahm dennoch die Anzahl der jüdischen Einwohner Dettensees auf 173 Personen zu.

1820 wurde eine bis 1920 genutzte Synagoge erbaut und 1826 eine jüdische Volksschule eingerichtet.Dettensee hatte von 1822 – 1836 einen eigenen Rabbiner, danach gehörte es zum Rabbinat in Haigerloch. 1930 wurde die Synagoge abgerissen nachdem die jüdische Einwohnerzahl durch Ab – und Auswanderung drastisch abgenommen hatte.

Der 1831 in Dettensee geborene Genremaler, Fotograph und Erfinder Salomon Hirschfelder starb 1903 in München. Hier hatte er nach mühsam errungenem Platz an der Münchner Kunstakademie studiert und nach Abbruch des Studiums unverheiratet, einsam und zurückgezogen gelebt und gearbeitet.
Zwei seiner beachtetsten Werke sind im Heimatmuseum in Horb ausgestellt.