Juden in Buttenhausen

Zwei Vorgänge verdienen besondere Erwähnung, wenn man das kleine Dorf Buttenhausen im Lautertal beschreiben möchte:

Hier wurde 1875 Matthias Erzberger geboren, Er war Finanzminister der Weimarer Republik und wurde 1921 ermordet.

Buttenhausen ist einer der wenigen Orte, in dem jahrzehntelang der jüdische Bevölkerungsanteil grösser war als der christliche: 1846: 53%, 1870: 55% der Dorfbevölkerung. Das Zusammenleben der Menschen beider Religionen war im allgemeinen ungestört, Juden waren integriert und normale Teilnehmer am Dorfgeschehen.

Die Ansiedelung von Juden geht auf Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Die reichsritterschaftliche Ortsherrschaft hatte 1787, vermutlich aus finanziellen Gründen, 25 jüdischen Familien die Niederlassung gestattet. Gegen Zahlung von Schutzgeld und anderen speziellen Abgaben erhielten sie das Wohnrecht und Plätze für ihre Häuser und ein Friedhofsgelände. Auf Kosten der Herrschaft wurde dann auch ein Ritualbad eingerichtet. Auch eine Synagoge und ein Armenhaus waren vorhanden, 1902 kam eine vierklassige Realschule dazu. Sie wurde von der Familie Bernheimer gestiftet und bot Kindern beider Religionen unentgeltliche Ausbildung.

Das gute Verhältnis der jüdischen und christlichen Einwohner wurde von der NS-Herrschaft ab 1933 zerstört. Einem Teil der jüdischen Bevölkerung gelang die Emigration in andere Länder, die verbliebenen wurden in mehreren Transporten, zuletzt noch 1942, in die Vernichtungslager deportiert.